FRAGEN UND ANTWORTEN

Leben an Bord

Sind 42 Fuss die richtige Größe für eine Langfahrt?


Wir haben die Viator Explorer 42 DS für eine Crew von 2 Personen optimiert. Über 90% aller Yachten auf Langfahrt sind Einhand oder mit einer 2-er Crew - meist ein Ehepaar - unterwegs. Die optimale Größe liegt dafür zwischen 40 und 45 Fuss. Das ist groß genug um Sicherheit und Platz zu bieten, aber auch noch eine überschaubare Größe, damit Hafenmanöver nicht stressig werden und die Wartung des Bootes schnell erledigt ist. Ein zu großes Boot bedeutet auch immer, dass man viel ungenutzten Raum mitführt und dafür in jeder Marina auch bezahlen darf. Die Preise für Marina-Liegeplätze richten sich allein nach der Größe. Ebenso der Travellift, Stellplätze oder die Kosten für ein neues Antifouling. Ein größeres Boot hat größere Winschen, einen höheren Mast und größere Segel. Alles kostet mehr Geld. Ziel sollte aber sein, die Betriebskosten auf Langfahrt zu minimieren. Stauraum bietet die Viator Explorer 42 DS jedenfalls mehr als genug.




Gibt es die Yacht auch mit einer zusätzlichen Gästekabine?


Es gibt eine Bauvariante mit einer zweiten Kabine anstelle des großen Bades. Aber dann muß das Bad an Steuerbord anstelle der Seekojen eingebaut werden, sodaß es relativ klein wäre. Der Kartentisch wandert dann an den Eingang und die Pantry muß auch verkleinert werden. Es ist also machbar, wenn die dadurch notwendigen Einschränkungen in Kauf genommen werden. Yachtbau besteht eben immer aus Kompromissen. Unserer langjährigen Erfahrung nach sollte man nicht unnötig viel Platz für Gäste einplanen, die dann gar nicht kommen. Sobald man in einer Gegend segelt, die nicht mit einem Direktflug erreichbar ist, werden die Besuche eher selten werden. Die leeren Gästekabinen werden am Ende nur als Stauraum genutzt. Planen Sie daher eine Yacht wie einen Maßanzug, der IHNEN passen muß. Platz für Gäste findet man immer irgendwo.




Wieviele Personen können an Bord übernachten?


Die Viator Explorer 42 DS ist für 2 Personen auf Langfahrt optimiert. Die Eignerkabine würde man vor Anker oder in der Marina nutzen, auf hoher See mit viel Welle (vor allem bei Kursen "gegenan") würde man auf die viel ruhigeren Seekojen ausweichen. Aber auf typischen Urlaubstörns entläng der Küste liegt man nachts sowieso meist in einer schönen Bucht vor Anker. Dann können 2 Gäste die Seekojen nutzen. Ein weiterer Gast kann im Salon auf der 2,40m langen Bank schlafen. 5 Personen können also komfortabel auf dem Boot übernachten. In tropischen Nächten werden auch die 2m langen Cockpitbänke gerne als Schlafplätze genutzt.





Technik

Hat der Elektroantrieb genug Reichweite?


Es ist eigentlich ein dieselelektrischer Hybridantrieb. Wir können etwa 1-2 Stunden rein elektrisch fahren (je nach Geschwindigkeit), was für alle Hafen- oder Ankermanöver völlig ausreichend ist. Für die letzen Seemeilen in die Marina würde man die 2 E-Motoren einschalten und sich beim Anlegen über die überragene Manövrierfähigkeit der Yacht freuen. Bei langen Motorfahrten wie z.B. Kanalfahrten oder bei Flaute würde man den 10KW-Generator zuschalten. Dann hätte man einen Hybridantrieb. Der 500 Liter Dieseltank bietet dann eine ungefähre Reichweite von 1000 Seemeilen. Das sollte ausreichen. Wir haben den Antrieb in einem Blogbeitrag detailliert beschrieben: https://volt-at-sea.segelnblogs.de/2017/10/12/genauer-hingeschaut-der-antrieb-der-volt/




Wie halten die Töpfe auf dem Induktionsherd bei Seegang?


Der Induktionsherd fügt sich nahtlos in das moderne Design ein - ein echtes Meisterstück unserer Yachtbauer. Eine typische "Seereling" für die Töpfe würde da nur stören. Aber dennoch werden die Töpfe durch einen kleinen Trick nicht rutschen. Zum einen ist der Herd natürlich halbkardanisch aufgehängt, auch wenn man das nicht sofort sieht (siehe Foto). Aber entscheidend ist eine dünne Silikonfolie, die wir auf den Herd legen. Die Töpfe "kleben" quasi auf dem Herd und können nicht verrutschen. Gleichzeitig ist der Herd vor Kratzern oder Verschmutzung geschützt. Die Folie beeinträchtigt nicht die Leistung des Herdes, da die Induktion auch im Abstand von 1mm funktioniert.




Warum wird die Toilette mit Frischwasser gespült?


Eine Spülung mit Frischwasser hat mehrere Vorteile. Für eine Spülung mit Seewasser bräuchte man ein weiteres Seeventil. Wir wollten aber die Zahl der Seeventile so klein wie möglich halten, da jeder Rumpfdurchbruch ein potentielles Problem sein kann. Aber der wichtigste Grund ist der Urinstein, der sich in den Abwasserschläuchen ablagert und diese binnen 1-2 Jahren völlig verstopfen kann. Er bildet sich aus der chemischen Reaktion des Urins mit dem Seewasser. Bei einer Spülung mit Frischwasser muß man die Schläuche nicht so häufig austauschen. Ein weiterer Grund ist die Korrosion durch Seewasser. Die Mechanik der Toilette hält länger, der Wartungsaufwand wird verringert. Eine Toilette an Bord zu warten gehört zu den eher unangenehmen Aufgaben, die gerne an den Skipper delegiert werden. Wenn man die Toilette in einem Hafen oder Marina spülen muß, dann ist das Wasser häufig verdreckt und riecht schlecht. Bei einer Seewasserspülung pumpt man sich das Wasser dann ins Boot. Bei einem Wasserverbrauch von etwa 2-3 Liter je Spülvorgang sind die 400 Liter Frischwassertanks gut ausreichend. Und mit dem Wassermacher kann man 60 Liter Frischwasser in der Stunde produzieren. Insofern ist der Wasserbedarf kein Argument, das gegen eine Frischwasserspülung spricht.




Kann ich einen Tauchkompressor installieren?


Ja, das ist kein Problem. Der "Maschinenraum" unter dem Cockpit bietet jede Menge Platz für zusätzliche Ausrüstung. In den Vorgesprächen würden wir gemeinsam die Wunschkonfiguration für eine Viator Explorer 42 DS festlegen. Für den Tauchkompressor würde man dann schon beim Rumpfbau ein solides Fundament einschweißen. Je nach Ausführung kann er über die Batterien (Inverter) oder den Generator betrieben werden. Strom haben wir ja genug an Bord. Ein typischer Tauchkompressor wie der Bauer Junior II-W benötigt 2,2kW, das ist an jeder 230V-Bordsteckdose verfügbar.





Segeln

Kann ich die Yacht auch Einhand segeln?


Die Viator Explorer 42 DS ist speziell für Einhandsegler ausgelegt, da man auch bei einer 2-er Crew nicht selten Manöver Einhand segeln muß. Alle Leinen für Wenden, Halsen oder Reffen sind ins Cockpit geführt und können dort bequem am Steuerstand bedient werden. Die Selbstwendefock macht ein Aufkreuzen gegen den Wind auch zum Kinderspiel. Lediglich zum Setzen des Gennakers oder Code 0 muß man zum Mast bzw. vor zum Bug. Aber durch die fest zur Schiffsmitte hin angebrachten Strecktaue kann man sich überall perfekt absichern. Zumal man die Segel bei Leichtwind setzt und nicht bei viel Welle und Sturm. Mit der Fernsteuerung für die beiden Motoren und die Ankerwinsch ist auch Einhand Ankern und Anlegen / Ablegen kein Problem. Die Fernbedienung ersetzt quasi das zweite Crewmitglied am Steuer. Man kann die Motoren von jeder Position an Deck aus steuern (sogar im Abstand von 50m vom Pier oder vom Dinghy aus, wenn notwendig).





Kosten

Wie weit läßt sich der Preis an mein Budget anpassen?


Eine Viator Explorer 42 DS ist "semi custom", das bedeutet, die genaue Ausstattung und das Layout wird in Vorbesprechungen ganz individuell festgelegt. Das hat natürlich auch einen großen Einfluß auf die Kosten. Durch Weglassen von Ausrüstung kann man natürlich den Preis entsprechend verringern. Wir haben deshalb beispielhaft eine "Basisversion" konfiguriert, die etwa der Minimalausstattung entspricht. Statt eines Carbonmastes gibt es einen Alumast, statt der Cruising-Laminate gibt es gute Dacronsegel. Der Wassermacher fehlt, ebenso ein Teil der Elektronik wie z.B. der GPS-Kompass, der eher in hohen Breiten benötigt wird. Aber es ist dennoch ein segelfertiges Boot, sodaß wir immer unserem Anspruch treu bleiben, auf Qualität nicht verzichten zu wollen. Jeden Kundenwunsch, der die Qualität unserer Yachten in Frage stellen würde, müssen wir ablehnen. So ist zum Beispiel ein Ausbau in Eigenregie nicht möglich. Wir können jedoch ein völlig individuelles Projekt aufsetzen, dass dann aber nicht als "Viator Explorer Yacht" bezeichnet wird. Hier können wir für jedes sinnvolle Budget eine passende Lösung finden.




Warum sind Aluminiumyachten soviel teurer?


Wenn man den Preis einer guten Aluminiumyacht mit den Preisen typischer GFK-Serienyachten wie Beneteau, Bavaria oder Hanse vergleicht, dann mag man über den Preisunterschied überrascht sein. Eine Aluminiumyacht kann das Dreifache kosten. Bei einem Vergleich mit sog. "Premium-Herstellern" wie Hallberg Rassy, Discovery, Swan oder Contest ist der Unterschied allerdings eher marginal. Doch bekommt man mit einer guten Aluminiumyacht aus holländischem Werftbau (auch die Viator Explorer Yachten werden in Holland gebaut) eine wesentlich stabilere und werthaltigere Yacht, die zudem noch ganz individuell auf die Anforderungen des Eigners optimiert wurde. Jede Yacht ist ein Einzelbau, ausgeführt von erfahrenen Yachtbauern. Der Preis ergibt sich schon allein aus der Bauzeit und den tausenden von Arbeitsstunden, die in so einer Yacht stecken. Wer mit seiner Yacht auf Langfahrt gehen möchte und über das notwendige Budget verfügt, der kommt an Aluminium nicht vorbei. GFK-Yachten sind für eine Langfahrt nur sehr bedingt geeignet. Man kann das leicht überprüfen, indem man mal unter die Bodenbretter schaut. Welche GFK-Yacht verwendet Steigrohre, um die Seeventile über der Wasserlinie zu platzieren? Seeventile in der Rumpfschale sind zwar billig, aber ein absolutes Ausschlußkriterium für eine Langfahrtyacht. Und das ist nur ein Beispiel. Sie finden im Menü unter "Services" einen ausführlichen Beitrag zum Thema "Aluminium als Werkstoff". Bei der Betrachtung des Anschaffungspreises sollte man gleichzeitig auch auf den Werterhalt schauen. Eine gute Aluminiumyacht ist sehr wertstabil, wie ein Blick in die Gebrauchtbörsen zeigt. Eine Aluminiumyacht ist ein besseres Investment als Bargeld - mit allen Risiken in heutiger Zeit von Währungsreform bis Negativzins. Bei einem Verkauf der Yacht kann der Anschaffungspreis zu einem großen Teil wieder realisiert werden. Aber auf Langfahrt sind die laufenden Kosten viel entscheidender. Oft lebt man von Ersparnissen oder hat geringe Einnahmen über Miete oder Rente. Die Verdienstmöglichkeiten sind für die meisten Segler auf Langfahrt eher begrenzt. Geringe Reparatur- und Wartungskosten sind daher eine wichtige Voraussetzung. Statistisch gesehen scheitern die meisten Langfahrten irgendwann am Geld. Es fehlt das Geld für eine wichtige Reparatur, die Yacht liegt irgendwo in einer fernen Marina fest und verrottet dort langsam. Ein sehr typisches Szenario. Deshalb achten wir beim Bau unserer Viator Explorer Yachten auf die Qualität aller Komponenten ("unkaputtbar") und auf strikte Nachhaltigkeit. Alles ist darauf ausgerichtet, den späteren Wartungsaufwand zu minimieren. Betrachten Sie den Anschaffungspreis daher als ein gutes Investment.





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